Die Corona-Krise zwingt uns, den physischen Raum und unser Wissen darüber zu überdenken. Hot Spots, Entfernungen, Ausbreitung, Ausmaß und Nähe. Plötzlich müssen wir bewusst über das “Wo” nachdenken. 

Für uns ist es essentiell geworden zu wissen, welche Orte das größte Ansteckungsrisiko darstellen, wo wir einkaufen gehen können und in welchem Krankenhaus freie Intensivbetten sind. Menschen wollen wissen, wo man Masken kaufen kann und wo Schnelltests durchgeführt werden. Unsere Sicherheit hängt davon ab, den geografischen Kontext zu kennen. Zugleich spüren wir, wie durch die Ausgangssperren unser Radius eingeschränkt ist und wir wieder lokaler zu denken beginnen (müssen). Urlauber werden nicht mehr nach ihrem Reiseziel gefragt, Freunde in unterschiedlichen Ländern beginnen zu vergleichen, an welchem Ort es wohl besser zu wohnen wäre in dieser Zeit. 

wired.com hat dazu einen spannenden Artikel veröffentlich. Der Autor David Wolman zieht diese Schlussfolgerung: “Die räumlichen Realitäten von Covid-19 verändern unsere Lebensweise und zwingen uns, die Welt durch eine “Wo”-Brille zu sehen. Doch die wertvollste Lektion der Pandemie, sollten wir endlich bereit sein, sie aufzunehmen, ist, dass das Konzept des “Anderswo” eine Fiktion ist. Es ist naiv zu glauben, andere Orte seien von unserer eigenen Geografie, unserem eigenen Leben abgekoppelt. Wo es darauf ankommt - auf jeden Fall. Aber es ist auch wahr, dass wir alle genau hier leben. Zusammen.”